Komitee Neuer Festspielbezirk traf sich zum Austausch im Festspielbezirk

Auf die öffentlich ausgesprochene Einladung an das Komitee Neuer Festspielbezirk hat sich gestern eine kleine Gruppe zu einem intensiven Informationsaustausch im Festspielbezirk getroffen. Architekt Prof. András Pálffy, Architekt DI Martin Klikovits, Projektleiter Ing. Michael Brandauer und Bauherrenvertreter Mag. Lukas Crepaz stellten Dr. Josef Reschen, Prof. Dr. Georg Spaun, Dr. Kurt Luger, Johannes Jäger-Waldau und Christoph Ferch ausführlich das Projekt mit allen Plänen und Details vor. Dabei wurde über zwei Details diskutiert: Die Erforderlichkeit der Zufahrt im Neutortunnel sowie die Höhe des zukünftigen Werkstättengebäudes. Die Vertreter des Komitees brachten erneut zum Ausdruck, dass das geplante zusätzliche Geschoß des Werkstättengebäudes aus ihrer Sicht die Dachlandschaft und das Welterbe massiv stören würde. András Pálffy entgegnete, wie sorgsam sich die neue Architektur in die Baugeschichte des Festspielbezirks und die Dachlandschaft einfügt und erläuterte fundiert die mannigfaltigen gestalterischen Bezüge auf den Bühnenturm des Haus für Mozart von Clemens Holzmeister sowie auf die Dachkante der Felsenreitschule.

 

Festgestellt wurde hierbei, dass das Dach des Neubaus 10,2 Meter unterhalb der Dachkante des Bühnenhauses des Großen Festspielhaus endet und 4,7 Meter höher ist als die derzeitige Dachkante des Bestand-Werkstättengebäudes. Der Baukörper nimmt sich durch die geplante rückversetzte Fassade im Dachgeschoss und die davorstehenden Bestandsgebäude der Hofstallgasse sehr zurück und wird auch von den von der Sachverständigenkommission festgelegten, höherliegenden Ausblickspunkten am Mönchsberg und Festungsberg aus kaum sichtbar.

 

In diesem Zusammenhang betonte András Pálffy – auch aus seiner Expertise als ständiges Mitglied des Denkmalbeirats der Republik Österreich – darauf, dass der Denkmalschutz immer auch eine Abwägung des geringst möglichen Eingriffes ist und die vorliegende Planung aus seiner Sicht die denkmalschutzverträglichste Lösung sei.

 

Bauherrnvertreter Lukas Crepaz verwies zudem darauf, dass die in der Studie ausgearbeitete Zufahrt im Neutortunnel mit absoluter Mehrheit im Gemeinderat bereits 2021 beschlossen wurde und dem Architekturwettbewerb zugrunde gelegt wurde.

 

Projektleiter Michael Brandauer ergänzte, dass seit 19. März 2026 ein rechtsgültiger Bescheid des Bundesdenkmalamts für den Bau der Zufahrt zum Haus im Berg vorliege. Dies wurde von den Vertretern des Komitees erstaunt zur Kenntnis genommen.

 

Beide Seiten bedankten sich für den wertschätzenden und transparenten Austausch, wobei klar war, dass die unterschiedliche Bewertung des Projekts weiterhin bestehen bleibt. Von Seiten des Festspielbezirks2030 besteht das Dialog- und Gesprächsangebot selbstverständlich weiterhin.

 

Information zum weiteren Projektverlauf:

Nach der Freigabe des Kuratoriums vom 26.2. und nach Vorliegen der erforderlichen Bescheide (BDA und Naturschutz) wurde nach einer europaweiten Ausschreibung der Bestbieter mit dem Kavernenbau beauftragt: die Arbeitsgemeinschaft ÖSTU-STETIN / Jägerbau. Das Projekt wird im geplanten Umfang umgesetzt. Der Kavernenbau startet mit September 2026.

 

Veröffentlicht am: 09.04.2026