Die Ankunft eines großen Orchesters als logistische Meisterleistung

Bereits frühmorgens wird in der Hofstallgasse die „Ankunft der Berliner“ erwartet, so steht es auf dem Probenplan. Damit sind aber erstmal nicht die Philharmoniker selbst gemeint, sondern ihre Werkzeuge: die Instrumente. Andreas Christ empfängt mit seinem Technikteam des Festspielhauses drei große vollbepackte Lastwägen, die sich aneinandergereiht vorm Festspielhaus einparken. Es wird schnell eng und trubelig. So viele Instrumente sind selten auf einmal auszuladen – die Choreografie für die Kistenlogistik beginnt. Damit die wertvollen Instrumente sicher an die richtigen Stellen verladen werden, steht auch Orchesterwart Robert Buchwald zur Seite. Alles muss perfekt vorbereitet sein bevor die Musiker eintreffen und zu proben beginnen.

Andreas Christ ist seit 2016 bei den Salzburger Festspielen tätig. In den Sommern koordiniert er als Leiter der Bühnentechnik Domplatz das Jedermann-Geschehen. Unterm Jahr packt er und sein Team auch zu, sobald Orchester ins Haus kommen. Christ ist für die Abläufe zuständig, alles muss rechtzeitig an den richtigen Ort: „Wie oft im Kulturbetrieb sind auch hier schnelle und gleichzeitig umsichtige Hände gefragt. Unsere Techniker wissen genau wann wo und wie zuzugreifen ist. Wir sind eine Art Willkommenskomitee mit Einbegleitung in das Backstage-Labyrinth der Festspielhäuser“.

Aus den drei 40 Tonner Sattelschleppern werden flink über 150 Kisten aus den klimatisierten Thermofahrzeugen geladen und auf die Bühnen und Garderoben auf zwei Stockwerke verteilt. Darunter unzählige Boxen, in denen sich die Fracks der Musiker befinden. „Wir haben neben der ‘normalen‘ Orchesterbesetzung 20 Kontrabässe, 15 Pauken, 8 Harfen, ein Harmonium und eine Celesta dabei, das braucht ‘Das Rheingold‘“, so Orchesterwart Buchwald.

In der kurzen Zeit haben sich sowohl Fußgänger, Radfahrer, Kindergartengruppen, Zulieferer für die Hotels, Paketzusteller und Anrainer die Hofstallgasse mit den anliefernden Sattelschleppern geteilt. Nach drei Stunden ist alles in die Festspielhäuser verräumt, die LKWs verschwinden, der Puls vorm Großen Festspielhaus verlangsamt sich wieder. Nach der baulichen Erweiterung im Festspielbezirk werden zukünftig Anlieferungen über die neue Kaverne im Mönchsberg abgewickelt. „Das wird für die zuliefernden Sattelschlepper und für unsere Abläufe intern deutlich effizienter und sicherer für alle, die in der Hofstallgasse arbeiten und unterwegs sind,“ so Andreas Christ.

Veröffentlicht am: 23.03.2026