Kavernenbau: Der nächste Schritt für den Festspielbezirk 2030

Was bleibt, entsteht jetzt: Mit dem Kavernenbau startet im Herbst die erste Hauptbauphase des Großprojektes.

Start Kavernenbau – Haus im Berg

Als nächster Meilenstein im Bau- und Sanierungsprojekt Festspielbezirk 2030 starten nach dem Festspielsommer die letzten Vorbereitungen für den Kavernenbau. Dieser schafft die künftige unterirdische Verbindung zwischen den Festspielhäusern und beherbergt das neue „Haus im Berg“ mit Hinterbühne/Montagehalle, Probesälen, Einspielräumen und Haustechnikräumen.

Mehr Platz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der zusätzliche Raum ist essenziell, um das kulturelle Herz Salzburgs am Leben zu halten. Die größten Defizite zeigen sich in der überalterten Haus- und Bühnentechnik und in den völlig unzureichenden Arbeitsplätzen für die 250 ganzjährigen und bis zu 4000 saisonalen Mitarbeitenden. Nur mit dieser Erweiterung können die Arbeitssicherheitsvorschriften und Normen erfüllt werden.
„Neben der dringenden Sanierung der Bestandsgebäude benötigt es vor allem eines: Mehr Platz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der Festspielbezirk befindet sich im Herzen des UNESCO-Welterbes Salzburg, eine Aufstockung des Bestandes ist nicht möglich, eine Erweiterung nach außen auch nicht.

Wir setzen daher eine seit dem 12. Jahrhundert gepflegte Tradition in der Stadt fort und nützen den Mönchsberg“, so Bauherrenvertreter Lukas Crepaz.

Wie die Wertschöpfungsstudie der Wirtschaftskammer eindrucksvoll zeigt, fließen durch die Salzburger Festspiele allein im Sommer 96 Mio. Euro an Steuern und Abgaben an die öffentliche Hand. Mit dem im September startenden Kavernenbau werden Arbeitsplätze im Land und die Zukunft des gesamten Festspielbezirks gesichert.

Planung der Kavernen

Die SKAVA consulting ZT-GmbH zeichnet im Projekt für die Planung der unterirdischen Bauwerke verantwortlich. Zunächst wurden die geologischen und geotechnischen Verhältnisse im Untergrund untersucht und bewertet, um die Eigenschaften des Felsens sowie die Wasserverhältnisse im Berg besser beurteilen zu können.

Auf dieser Basis wurden die technischen Anforderungen und die notwendigen Baumaßnahmen für die geplanten unterirdischen Bauwerke beschlossen.

An der Erkundung waren Spezialisten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz beteiligt. Neben Bohrfirmen, Geologen, Geophysikern und Messtechnikern waren auch das Institut für Felsmechanik und Tunnelbau der TU Graz sowie mehrere Speziallabore eingebunden.

Fräsarbeiten ab Herbst 2026

Als ausführendes Unternehmen wurde nach einer europaweiten Ausschreibung der Bestbieter mit dem Kavernenbau beauftragt: die österreichische ARGE ÖSTU-STETTIN/Jägerbau.

„Die Arbeiten zur Herstellung der Kavernen starten Anfang September 2026 mit der Baustelleneinrichtung, wobei die Komplettsperre des Neutors ab 14. September für circa sechs Monate geplant ist“, so Michael Brandauer, Projektleiter Festspielbezirk 2030.

 

Den Raum für die Kaverne schaffen Bagger mit Teilschnittfräsen, die sich vom Neutortunnel weg präzise in den Berg arbeiten und das Konglomerat lösen. Diese Art des Felsabtrages ist erschütterungsarm und ermöglicht eine kontrollierte Ausformung des Hohlraums. Der Hohlraum wird mit entsprechenden Stützmitteln wie Spritzbeton, Bewehrung und Anker gesichert.

Nachhaltige Ausbruchsverwertung

Im Rahmen des Kavernenbaus im Projekt Festspielbezirk 2030 werden 90 Prozent des Materials aus dem Mönchsberg wiederverwendet: Größere Anteile werden für Straßen- und Wegebau und voraussichtlich auch für die im Projekt benötigten Betonlieferungen genutzt. Zudem wird das Dach des Werkstättengebäudes mit Konglomerat beschüttet.

  • Abtransport: 500 m3 /Tag, das ergibt 5-6 Abtransporte pro Stunde im Vergleich zu den derzeit circa 9.000 LKWs, PKWs und Bussen, die täglich durch das Neutor fahren.
  • Die LKW-Fahrten werden bestmöglich außerhalb der Verkehrsspitzen durchgeführt, die zeitlichen Einschränkungen durch gesetzliche LKW-Fahrverbote an Wochenenden & Feiertagen werden eingehalten.
  • Vor der Ausfahrt wird eine Reifenwaschanlage errichtet, die von jedem LKW durchfahren wird. Sollten darüber hinaus noch Straßenreinigungen notwendig sein werden diese nach Bedarf kurzfristig durchgeführt
  • Ausbruchsmengen: Kaverne 108.000 m3, Tagbau 29.000 m3, Baugrubenaushub Werkstättengebäude 13.000 m3, Logistikgänge 18.000 m3

Unterwegs rund um das Neutor: Aktuelle Verkehrsinfos

Ab 14. September 2026 ist das Neutor für circa sechs Monate gesperrt.  Das eigentliche Tor bleibt unangetastet. Die fußläufige Anbindung der Festspielhäuser ist bereits ab 1. September eingeschränkt.

Um die Baustelle einrichten und Anfang Oktober mit den Fräsarbeiten starten zu können, wird ab 14. September 2026 das Neutor für den motorisierten Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr gesperrt. Danach wird die einstreifige Durchfahrt für Busse, Anrainer und Anlieferungen möglich sein.

Fußläufige Anbindung der Festspielhäuser
Die Zugänge über die Garagen ins Großes Festspielhaus, Haus für Mozart und Felsenreitschule sind ab 1. September 2026 und während des Kavernenbaus gesperrt. Die Altstadtgarage B ist durchgehend über den Toscaninihof erreichbar.

Neutorsperre ab Mitte September 2026 für circa 6 Monate

  • Vollsperre für den motorisierten Individualverkehr
  • Vollsperre für den öffentlichen Verkehr
  • Erreichbarkeit der Altstadtgaragen von Riedenburger Seite
  • Passage für Fußgängerinnen und Fußgänger weiterhin offen
  • Schiebestrecke für Radfahrer weiterhin offen
  • Durchfahrt Müllner Hauptstraße zur Staatsbrücke gesperrt
  • Umleitung Busbetrieb über Mülln

 

Weiterführende Informationen zur Neutorsperre sowie den Sondernetzplan für den öffentlichen Verkehr finden Sie unter: www.salzburg-verbinden.at

Mit kostenlosen Schnupper-Tickets und einer speziellen KlimaTicket-Aktion werden die Stadt Salzburg, das Land Salzburg und der Salzburger Verkehrsverbund den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr erleichtern.

Anrainerdialog: Informationen zum Kavernenbau

Beim nächsten Anrainerdialog informieren Bauherr, Projektleitung, Planer und ausführende Unternehmen – die  österreichische Arbeitsgemeinschaft ÖSTU-STETTIN/Jägerbau – über die Baustelle, das konkrete Fräsverfahren und Schutterkonzept sowie die nächsten Schritte des Projekts.

Anrainerdialog:
Mittwoch, 30. September 2026, 17:00 – 19:00 Uhr

im Festspielbezirk / der genaue Ort wird noch bekanntgegeben

Um die Veranstaltung bestmöglich planen zu können, ist eine Anmeldung vorab erforderlich.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und den persönlichen Austausch.