Messezentrum wird Interimsspielstätte der Salzburger Festspiele 2029 und 2030
Ab Herbst 2028 bis Frühjahr 2031 wird die Spielstätte „Großes Festspielhaus“ für Sanierungsarbeiten gesperrt. In der heutigen Kuratoriumssitzung (16.10.) entschied sich das Kuratorium im Einvernehmen mit dem Direktorium für das Messezentrum als Interimsspielstätte, wobei die bereits vorhandenen Spielstätten des Festspielbezirks in der Altstadt auch weiterhin maximal genutzt werden sollen. Besonderes Augenmerk wurde in der Diskussion auf die Überlegungen des designierten Intendanten gelegt.
„Die Suche nach alternativen Spielstätten war bereits während meines Bewerbungsverfahrens ein zentrales Thema. Umso mehr begrüße ich, dass nun eine wichtige Entscheidung auf Grundlage von gut vorbereiteten Dossiers getroffen wurde. Für mich stand dabei stets das künstlerische Konzept im Vordergrund: Nicht das Programm soll sich den Räumlichkeiten anpassen, sondern die Spielstätten unseren künstlerischen Ambitionen gerecht werden. Dass die Oper ihren Schwerpunkt in der Salzburger Altstadt behält, ist mir besonders wichtig, um die Verbindung zur DNA der Festspiele und zu unserem bestehenden Publikum zu bewahren. Gleichzeitig bietet uns das Messegelände nicht nur die dringend benötigten Kapazitäten für Konzerte, sondern auch die Chance, mit besonderen Projekten neue Generationen und ein breiteres Publikum zu erreichen. Die Verbindung beider Welten erhält die Lebendigkeit der Altstadt mit ihrer Gastfreundschaft und eröffnet zugleich die Perspektive eines neuen Festspielcampus als Ort künstlerischer Qualität und Begegnung“, hebt der designierte Intendant Peter de Caluwe die Überlegungen rund um die Entscheidung für die Interimsspielstätte hervor.
Anfang Oktober haben im Mönchsberg die Fräsarbeiten für den Kavernenbau und das künftige „Haus im Berg“ begonnen. Gleichzeitig wird bis zur Mozartwoche 2027 ein erstes Maßnahmenpaket im Haus für Mozart und der Felsenreitschule vorgezogen. Die Sanierungsarbeiten werden umgesetzt, damit die beiden Häuser auch während der umbaubedingten Sperre des Großen Festspielhauses von Herbst 2028 bis Frühjahr 2031 für die Stammmieter und die Festspiele betrieben werden können. Zudem wird im Sinne der langfristigen Sicherung der Spielfähigkeit die Lüftungszentrale erneuert, die Kälteanlage an den Almkanal angeschlossen und eine neue Trafoanlage gebaut.
„Mit den Fräsarbeiten startete nach acht Jahren der intensiven Projektentwicklung ein zentraler Bauabschnitt des Jahrhundertprojekts Festspielbezirk 2030. In den letzten Monaten wurden parallel dazu Lösungen für die notwendigen Interimswerkstätten ausgearbeitet, sodass ab Jänner des kommenden Jahres die Umzugsarbeiten starten können. In der Münchner Bundesstraße, in der Peilsteinerstraße und in der Altstadt entstehen drei Produktionsstätten, an denen unsere 250 ganzjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch ihre hervorragende Arbeit Festspiele ermöglichen. Heute wurden nun die wesentlichen Weichenstellungen vorgenommen, um konkrete Programmplanungen für die Spielzeiten 2029 und 2030 starten zu können“, so der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz.
„Die Salzburger Festspiele leben davon, ihre große Tradition immer wieder neu zu befragen. Dass ich diesen Weg weiter mitgestalten darf, verstehe ich als Auszeichnung und als Auftrag zugleich. Gerade in den Jahren des Umbaus des Großen Festspielhauses werden wir zeigen, dass Wandel keine Unterbrechung ist, sondern Teil unserer künstlerischen Identität. Salzburg soll der Ort bleiben, wo sich im Sommer die ganze Welt trifft, um gemeinsam Kunst und Kultur auf höchstem Niveau zu erleben“, hält Festspielpräsidentin Kristina Hammer fest.