Start Kavernenbau – Haus im Berg
Als nächster Meilenstein im Bau- und Sanierungsprojekt Festspielbezirk 2030 starten nach dem Festspielsommer die letzten Vorbereitungen für den Kavernenbau. Dieser schafft die künftige unterirdische Verbindung zwischen den Festspielhäusern und beherbergt das neue „Haus im Berg“ mit Hinterbühne/Montagehalle, Probesälen, Einspielräumen und Haustechnikräumen.
Die Anlieferung erfolgt künftig über eine neue Zufahrt im Neutortunnel, wodurch die bisherige, sicherheitskritische Situation in der Hofstallgasse entfällt. Bauherr, Projektleitung, Planer und ausführende Unternehmen informierten heute über die Mitte September 2026 startende Baustelle, die Neutorsperre, das konkrete Fräsverfahren und die nächsten Meilensteine.
Was bleibt, entsteht jetzt: Mit dem Kavernenbau startet im Herbst die erste Hauptbauphase des Großprojektes.
Mehr Platz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Der zusätzliche Raum ist essenziell, um das kulturelle Herz Salzburgs am Leben zu halten. Die größten Defizite zeigen sich in der überalterten Haus- und Bühnentechnik und in den völlig unzureichenden Arbeitsplätzen für die 250 ganzjährigen und bis zu 4000 saisonalen Mitarbeitenden. Nur mit dieser Erweiterung können die Arbeitssicherheitsvorschriften und Normen erfüllt werden.
„Neben der dringenden Sanierung der Bestandsgebäude benötigt es vor allem eines: Mehr Platz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Festspielbezirk befindet sich im Herzen des UNESCO-Welterbes Salzburg, eine Aufstockung des Bestandes ist nicht möglich, eine Erweiterung nach außen auch nicht. Wir setzen daher eine seit dem 12. Jahrhundert gepflegte Tradition in der Stadt fort und nützen den Mönchsberg“, so Bauherrenvertreter Lukas Crepaz.
Wie die Wertschöpfungsstudie der Wirtschaftskammer eindrucksvoll zeigt, fließen durch die Salzburger Festspiele allein im Sommer 96 Mio. Euro an Steuern und Abgaben an die öffentliche Hand. Mit dem im September startenden Kavernenbau werden Arbeitsplätze im Land und die Zukunft des gesamten Festspielbezirks gesichert.
Planung der Kavernen
Die SKAVA consulting ZT-GmbH zeichnet im Projekt für die Planung der unterirdischen Bauwerke verantwortlich. Zunächst wurden die geologischen und geotechnischen Verhältnisse im Untergrund untersucht und bewertet, um die Eigenschaften des Felsens sowie die Wasserverhältnisse im Berg besser beurteilen zu können.
Auf dieser Basis wurden die technischen Anforderungen und die notwendigen Baumaßnahmen für die geplanten unterirdischen Bauwerke beschlossen.
An der Erkundung waren Spezialisten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz beteiligt. Neben Bohrfirmen, Geologen, Geophysikern und Messtechnikern waren auch das Institut für Felsmechanik und Tunnelbau der TU Graz sowie mehrere Speziallabore eingebunden.
Festspielbezirk 2030 ist welterbeverträglich
ICOMOS international und UNESCO Welterbezentrum Paris haben nach erfolgter positiver Beurteilung durch die zuständigen Gremien in Salzburg Anfang Juli die Welterbeverträglichkeit des gesamten Projekts attestiert.
Fräsarbeiten ab Herbst 2026
Als ausführendes Unternehmen wurde nach einer europaweiten Ausschreibung der Bestbieter mit dem Kavernenbau beauftragt: die österreichische ARGE ÖSTU-STETTIN/Jägerbau.
„Die Arbeiten zur Herstellung der Kavernen starten Anfang September 2026 mit der Baustelleneinrichtung, wobei die Komplettsperre des Neutors ab 14. September für circa sechs Monate geplant ist“, so Michael Brandauer, Projektleiter Festspielbezirk 2030.
Den Raum für die Kaverne schaffen Bagger mit Teilschnittfräsen, die sich vom Neutortunnel weg präzise in den Berg arbeiten und das Konglomerat lösen. Diese Art des Felsabtrages ist erschütterungsarm und ermöglicht eine kontrollierte Ausformung des Hohlraums. Der Hohlraum wird mit entsprechenden Stützmitteln wie Spritzbeton, Bewehrung und Anker gesichert.
Nachhaltige Ausbruchsverwertung
Im Rahmen des Kavernenbaus im Projekt Festspielbezirk 2030 werden 90 Prozent des Materials aus dem Mönchsberg wiederverwendet: Größere Anteile werden für Straßen- und Wegebau und voraussichtlich auch für die im Projekt benötigten Betonlieferungen genutzt. Zudem wird das Dach des Werkstättengebäudes mit Konglomerat beschüttet.
Neutorsperre ab 14. September 2026
Die Komplettsperre des Neutors ist ab 14. September 2026 für circa sechs Monate geplant. Das eigentliche Tor bleibt unangetastet.
Aktuelle Verkehrsinformationen finden Sie hier: salzburg-verbinden.at
Weitere Meilensteine im Bauablauf
Ab Herbst 2028 bis Frühjahr 2031 wird das Große Festspielhaus für Sanierungsarbeiten gesperrt. Bis zur nächsten Kuratoriumssitzung im Oktober 2026 werden drei Alternativen einer Interimsspielstätte geprüft.
Die Altstadt bleibt auch Zentrum der Salzburger Festspiele, wenn das Große Festspielhaus nicht zur Verfügung steht. Haus für Mozart und Felsenreitschule werden weiterhin bespielt. Mit unseren beliebten Veranstaltungen in Kollegienkirche, St. Peter, Franziskanerkirche, Edmundsburg, Schauspielhaus, Universitätsaula, Landestheater, Stiftung Mozarteum, Domplatz, Szene und jetzt auch im UMAG ist wirklich die ganze Stadt Bühne.